Andre Sinner - Unter dem Einfluss von...

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Andre Sinner – Unter dem Einfluss von 
CD im Pappschuber.

Muss man eine EP mit Covern rausbringen? Meiner Wahrnehmung nach sind veröffentlichte Aufnahmen von Covern etwas, was die einen interessant finden, während andere dem nichts abgewinnen können.
Ich selber höre Cover immer gerne, wenn man bei ihnen eine persönliche Note entdecken und bestenfalls einen Zusammenhang mit dem interpretierenden Künstler entdecken kann. „Unter dem Einfluss von“ ist keine Produktion, die von langer Hand geplant wurde, sondern einfach aus der Freude am Musik spielen entstanden. Irgendwann hat das Ganze Fahrt aufgenommen und zu einem Ergebnis geführt das ich sehr gerne auf die geneigte Hörerschaft loslassen möchte. Ein paar Worte zu den einzelnen Liedern möchte ich Euch dabei nicht vorenthalten.

 

Tote Fische:
Wenn bei dieser EP aus vier Jahrzehnten deutschen Punkrocks jeweils ein Lied gewählt wurde, mag es ja schon fast komisch anmuten, dass der aktuellste Song von einer der dienstältesten Band kommt. "Hass" waren jedenfalls immer ein Klassiker, der mir in allen Jahren, in denen ich Punk höre immer wieder begegnet ist und damit definitiv ein Einfluss. Beim Hören von "Tote Fische" hatte ich direkt den Gedanken, dass die Melodie auch sehr gut von einer Geige gespielt und der Song damit zu meinem Sound passen würde.

Schneckenalarm:
Die LP "Heute ein König" dürfte einer der Schallplatten sein, die in meiner Jugend die meisten Runden auf dem Plattenteller gedreht hat. Die Lokalmatadore aus der Nachbarstadt waren dabei sicher prägend für eine bestimmt Art von Humor in dem profane Themen süffisant formuliert eine Mischung ergeben, mit der ich außerhalb des Ruhrgebietes oft auf Unverständnis gestoßen bin und dafür umso mehr Spaß hatte.

Eine große Freude und Ehre ist es mir natürlich, dass El Fisch (mit Kumpan Oldrik) auf meiner Version die Chöre eingesungen und ein Kazoo Solo hingelegt hat.

Dein wahres Ich:
Von Nonstop Stereo habe ich seinerzeit bereits das Demo bestellt und einem Aufruf auf Bandwebseite folgend dem Frank eine detaillierte (fast ausschließlich positive) Songkritik per E-Mail gesendet. (Schon interessant, dass man sich beim Nennen dieser Kommunikationsmittel inzwischen schon alt fühlen darf) Ich würde sagen, nicht viele schaffen es, mit manchmal absurd anmutenden Gedankenlinien in den Songs treffend eine Stimmung zu erzeugen.

Hat mir von Anfang an viel Freude bereitet, klar also, dass ich das auf RilRec erschienene Debutalbum "Solides Grundrauschen" zwar auf CD habe, die LP zum 10 jährigen Jubiläum aber auf jeden Fall auch haben musste. Eigentlich wollte ich in dem Zusammenhang auch ein Cover beisteuern, wozu es leider durch "zu viel um die Ohren" nie gekommen ist. Höchste Zeit es nachzuholen :)

Zu Kalt:
Schon in meiner ersten Punk Band "Ausschluss" haben wir "Zu kalt" regelmäßig im Proberaum gecovert. Auf irgendeine Art dürften Slime ja für die meisten Punkrock beeinflussten Künstler in Deutschland relevant gewesen sein. Persönlich haben mir da immer auch die Songs gefallen, die ohne Parolen auskommend trotzdem oder gerade deshalb eine unglaubliche Dringlichkeit vermitteln.

Unter dem Tisch:
Gaz Brookfield ist in England ein fester Bestandteil der "folkigen Festivalszene" und sowas wie ein Vollblutkünstler der sich soweit möglich d.i.y. mäßig organsiert und dabei unzählige Konzerte u.a. mit Größen wie Frank Turner, Levellers oder Ferocious Dog im Jahr spielt. Als er vor ein paar Jahren zusammen mit Nick Parker für ein paar Konzerte nach Deutschland gekommen ist, habe ich davon welche veranstaltet und ein paar feuchtfröhliche Tage verbracht.

"Under the table" ist eines seiner älteren Lieder über exzessives Feiern zu dem mir beim Hören fast automatisch ein deutscher Text eingefallen ist. Ursprünglich aufgenommen für mein Album "Kommen und Gehen" hat es dort als Cover nicht richtig gepasst und findet nun als Abschluss dieser EP von Einflüssen einen würdigen Rahmen.


Andre Sinner, August 2019